Rauch und Torf

Zigarren und Whisky

JAZZ IM HOF - in Mannheim-Neckarau

Frank von "Frank's Guitar-Boutiqe" macht normalerweise seine Jazz-Sessions in seinen Räumen in der Rheingoldstrasse 15- 68199 Mannheim-Neckarau.  Der Sound, immer wenn  er mal nach aussen dringt ist gut und macht neugierig. Warum also immer hinter verschlossenen Türen spielen dachten wir, Frank's Guitar Boutique und Rauch&Torf (Zigarren und Whisky) uns und verlegten das Ganze nach draussen.

Gute Idee , aber WOW - Da hat uns Petrus aber eine reingehauen! Dabei hatten wir uns das so schön vorgestellt!

Frank Kern- Gitarre
- Foto © T.Knapp
Am Samstag 11.5.2019 ab 15:00 sollte im Freien gearbeitet werden und zusammen mit seinen Kollegen von "Flatted Fifth" hatten wir die Vision bei strahlendem Sonnenschein, Mitte Mai im warmen Freien zu sitzen und den Jazzklängen zuzuhören.

Dirk Mauler- Gitarre
- Foto ©T.Knapp
Das mit dem Freien und den Musikern, den Zelten, Stehtischen und Anderem war auch alles präsent.

Allein der bereits zitierte Petrus hatte Spass daran die Musiker und Besucher zu testen.

Kälte, Nässe und dementsprechend (leider) nur wenigen wetterfesten Besucher waren die Ausgangssituation.

Daher - ein dickes Lob an die Musiker der "Flatted Fifth", sie haben sich nicht unterkriegen lassen. Trotz teilweise klammer Finger wurde gespielt. Ein Hipp-Hipp-Hurra auf die Gruppe - Sie präsentierte allen Widrigkeiten zum Trotz Stücke aus dem Great American Songbook. Es war kein Konzert, sondern wie geplant eine Arbeitssitzung, mit Kommentaren und Unterbrechungen wie es nun eben mal so zugeht wenn Musiker zusammen sind. Die Besetzung hat tapfer durchgehalten.

Jörg Osterspey- Bassklarinette und Saxophon
- Foto ©T.Knapp
Die Gitarristen (Dirk Mauler und Frank Kern ) vermittelte die Stücke sehr gut an die Zuhörer. Jörg Osterspey- Bassklarinette und Saxophon ,ergänzte absolut passend die Lieder und gab mit den sonoren Klängen seines Instruments eine harmonische Ergänzung. Die hervorragende Ergänzung kam dann noch von Astrid Anders (Vocals). Ihre rauchige Stimme liess trotz der Kälte das Bar- und Sessionfeeling überspringen.
Astrid Anders (Vocals)
- Foto © T.Knapp

Was lernen wir daraus. - Wir lassen uns nicht unterkriegen und werden das Ganze bei "grantiert" warmen, sonnigen Wetter wiederholen.

An dieser Stelle von meiner Seite aus ganz, ganz herzlichen Dank an "Flatted Fifth" - bis zum nächsten Mal.

Und für Leute die es ganze genau wissen wollen hier die Erklärung für "Flatted Fith" die natürlich jedem geläufig ist. :-)

"Die Flatted Fifth ist eine in den vierziger Jahren aufgekommene Bezeichnung für das Intervall der abwärtsspringenden, verminderten Quinte, also des Tritonus, der eines der charakteristischen Kennzeichen des Bebop darstellt. ... " https://de.wikipedia.org/wiki/Tritonus











RON ZUARIN - Der Süsse aus dem Norden

Normalerweise ist die Anzahl der süsslichen, süssen, oder karamelllastigen Rum oder gar Whisky hier im Haus recht überschaubar. Dominiert hier "Nomen est Omen" ansonsten der Rauch, der Torf, das Herbe, Maritime und Erdige.

Doch der RON ZUARIN aus dem Haus BRINKMANNfinest fügt sich mit seinen 40% hervorragend in die Reihe unserer Produkte für die, die zur Zigarre lieber einen Rum trinken.
RON ZUARIN - Foto = ©T.Knapp

ZITAT aus der Kladdentext von Tobaccohouse Brinkmann:
"Ein Achtjähriger, aus der Karibik stammender Rum, überzeugt mit seiner angenehmen Süße und überrascht zugleich deutlich in der Nase mit feinem Vanille- und Bandanenaroma."

Das! kann ich voll und ganz unterstreichen, wobei ich eher süsse Orange schmecke. Vieleicht nur deshalb weil ich die lieber mag?

Der leicht martialisch anmutende Totenkopf auf dem Etikett verleitet zu dem ersten Eindruck, dass es hier um einen sehr kräftigen, ja wohlmöglich aggressiven Rum handeln könnte. Doch weit gefehlt! Er kommt harmonisch aus dem Glas, ein echter Einsteiger, für Leute die der Nachspeise verfallen sind.

Während ich zu Beginn mit genau dieser Süsse meine Schwierigkeiten hatte, merkte ich wie im Verlauf des Abends und in Kombination mit einer Panatella X-ANN-EKS "KURT" von Schuster die Sache immer besser wurde.

RON ZUARIN (2) -Foto=©T.Knapp
Daher würde ich den Totenkopf eher als ein Warnsignal verstehen. Nämlich dafür , dass es, wenn man einmal angefangen hat, nicht bei dem einen Glas bleiben wird.
Die angebotenen Verpackungsgrössen 200ml, 500ml,700ml und 1000ml bieten für alle Veranstaltungsgrössen die richtige Versorgung.
Bei uns war die 200ml-Flasche die wir zum Testen genommen hatten auf jeden Fall binnen kürzester Zeit leer. (Wieviele wir waren verrate ich nicht :-) ). Nur soviel, wenn Sie mehr als 4 Personen sind, nehmen Sie gleich die 500ml-Grösse.
Dieser Rum wird auf jeden Fall im Programm bleiben und ich bin gespannt wie er bei der Kundschaft an der "Langen Nacht der Kunst und Genüsse 2019" in Mannheim am 09.11.2019 ankommt. 


DAS Etikett - Foto = ©BrinkmannFinest


FLOKI DOUBLE WOOD RESERVE

FLOKI DOUBLE WOOD RESERVE
-Foto TK
Noch nicht lange auf dem Markt musste ich diesen FLOKI unbedingt probieren. Seine Vorgänger den Young Malt, mal mit und mal ohne "Sheep Dung" waren schon etwas Überraschendes und Besonderes.

Als dann der 3jährige "FLOKI -Iceland-Single Malt Sheep Dung Smoked Reserve" kam, war ich als Anhänger rauchiger und/oder torfiger Whisky begeistert. Für mich waren diese FLOKI schon ungewohnt würzig und passte so überhaupt nicht in das Schema von bekannten Whisky.

Aber mal ehrlich, in welches Schema passt Island ( auch Iceland) überhaupt? Und muss man unbedingt Schemata anlegen?

Nun kommt der Neue!

Mit der Idee den Whisky auch noch in einem Schwarzbierfass einer isländischen Brauerei (Bryggjan brugghús) reifen zu lassen hat man dem Aussergewöhnlichen noch einmal ein Sahnehäubchen aufgesetzt. Und das kommt sogar im Geschmack ein wenig hervor, wenn er mit einem dezenten Milchkaffee,Kakao und Süssaroma aufwartet.

Leider bleibt er nicht allzulange präsent, und ist auch im Antritt sehr leicht. Aber in der Mitte , und besonders, wenn man ihn ein wenig im Mund hin und her spielt, bringt er seine Würzigkeit gut zur Geltung.

MUWAT - DREW ESTATE
-Foto TK
Ich habe mir als Kombination dazu eine MUWAT gegönnt. Eine Zigarre aus dem Hause Drew Estate, die mehr und mehr nicht mehr, oder nur schwer verfügbar ist.  
MIt ihrem dunklen Deckblatt (San Andres Negro) und der Umblatt- Filler Kombination ecuadorianisch und Brazil Mata Fina-Nicaragua-Kuba passt sie hervorragend zu dem würzigen "Nordmann". 

Beides, Zigarre und Whisky, ist nichts für jeden Tag, und man sollte sich wirklich Zeit nehmen, zurücklehnen und geniessen.
Diese Zigarre mit ihrem dunklen Deckblatt (San Andres Negro) und der Umblatt- und Fillerkombination aus equadorianischem Tabak und

Was "Debonair 33rd Maduro" kann ... kann "LFD Double Ligero DIGGER" schon lange

Ich dachte ja, dass man die Debonair 33rd nur schwer toppen kann. Aber, gefehlt, da kann man sehen , dass ich noch kein Jahrhundert bei der Zigarre  bin.

Gestern habe ich mir eine LFD DOUBLE LIGERO DIGGER angezündet. "Nicht schlecht" - dachte ich am Anfang. "Ja - das kann was werden". 

LFD Double Ligero DIGGER & Bratapfel
(Foto: T.Knapp ©)
Und dann - dann hörte das Teil einfach nicht mehr auf. Das war wie beim alten VW-Käfer - "die brennt und brennt und brennt".  Knapp 3:20h . Ok - ich bin ein Langsamraucher, aber meine Kollegen waren nicht viel schneller.

Das Aroma der Zigarre, mit ihrem Nuss, Holz, Wiese und Heugeschmack, gab Anlasse zum Nachdenken. So trocken sollte man die Zigarre nicht lassen. Aussderdem, was macht man in dieser Zeit? 
Das Ganze auch noch in einer Umgebung, die die unterschiedlichsten Sorten an rauchigen und torfigen Whisky beherbergt und eine  kleine Reihe von Rum und Bränden .

LFD Double Ligero DIGGER & Kirk&Sweeney 18
(Foto: T.Knapp ©)
Leicht, ganz leicht wollte ich anfangen. Also BRATAPFEL einen fruchtigen Brand von Fa. Scheibel. Volles Aroma, Zimt, Süsse, kräftiger Apfel, das alles passte schon mal ganz gut zu der Süsse der Zigarre am Anfang. Die 20 Vol. % des Bratapfel waren ja schon nicht schlecht und als wirklich leichter Einstieg ist das eine gute Wahl. Auf Dauer aber ist das nicht genug.

Daher war ein Übergang gefragt, wie man von der furchtigen Süsse zu einer nächst volleren Ebene gelangt. Mit einem Rum Kirk & Sweeney 18 war der Schritt dann definiert.  Er hat sich im Kundenkreis gut etabliert und der Wunsch nach der Steigerung zum 23 Jährigen wird lauter.  

LFD Double Ligero DIGGER & FLOKI
(Foto: T.Knapp ©)
Mit der ausgewogenen Aromapalette passte der Rum gut in die Entwicklung der Zigarre. Der Aschestand auf dem Bild ist die Länge nach ca. 20 Minuten :-). Glücklicherweise war ich in guter Runde und mit dem Digger nicht allein. 

So war die Diskussion um die weitere Nachfolge recht unterhaltsam.  Durchgesetzt hat sich der Isländer "FLOKI". Ich hatte den schon mal beschrieben .Mit seinem doch eigenwilligen Aroma ist er eine ideale Besetzung für die Rolle der "Bridge" - der Übergang von Rum-Süsse zu Whisky-Rauch-/Torfnase. 
LFD Double Ligero DIGGER & Smoke Head
(Foto : T.Knapp ©)


Die Aufgabe der Rauch & Torf - Vetretung wurde dem Smoke Head High Voltage zugewiesen. Er war eine gute Ansage. Zusammen mit stillem Wasser und einigen starken Tee ergab sich eine lange, sehr lange, gemütliche und  genussvolle Verweildauer.
Die Back-Up WHisky die ich vorsorglich noch in Reichweite gestellt habe, haben wir nicht benötigt. Heisst im Umkehrschluss - Klappe "Digger - die 2te" , mit anderer Getränkebesetzung.

Ich kann nur bestätigen, was im Netz über den LFD-Digger steht: Jeder weiss, dass es ein längerer Smoke wird, wenn man dieses Superteil anzündet- das wird einem bei der Grösse der Zigarre 21,5cm/8,5" schon klar. Dass der Geschmack allerdings auch über die gesamte Rauchdauer nicht langweilig wird, das wird einem so richtig erst in der Anwendung bewusst. Bis zum Schluss ist es ein Genuss. Irgendwann geht aber nichts mehr. So habe ich dieses Glanzstück mit ein wenig Wehmut erlöschen lassen.
Allerdings mit der Gewissheit : In der Kiste sind noch mehr! :-)





FLOKI - ISLAND

FLOKI - SHEEP DUNG RESERVE

wenn es eines gibt, das man sich im Leben bewahren muss, dann ist es die Neugier, das Suchen nach Neuem. 
Bei jährlich unzähligen Neuerscheinungen im Thema Whisky ist das eine an sich einfache Sache.
Aufmerksam die Presse verfolgen, der Nase und dem Geschmack folgen und, ja auch wenn es nicht unbediungt das Indivduelleste ist, dem TREND. 

Angetrieben durch diese Neugier, bin ich auf einen Whisky FLOKI gestossen. Bei einer Flaschengrösse von 0,5L nicht unbedingt ein Whisky der den Mengen-Preis-Anhängern entgegenkommt. Auch der Preis ist mit irgendwo zwischen 50 und 60 € jetzt nicht gerade ein Schnäppchen.

Doch das macht dieses Teil zu einem ungeahnten Schätzchen. Die Exotic einen Whisky aus Island zu probieren und dann noch "smoked" ist ein kleines Abenteuer. Weiss mann doch, dass auf Island an sich nicht das beste Klima für Getreide und schon gar nicht für Brennholz oder Torf ist. Wie also wird gesmoked? Nun, mit dem was man dort hat - Schafdung. Ein Brennmaterial, das zuerst ein wenig abschreckt und eine nicht so wirklich prickelnd Assoziation aufkommen lässt. 

Aber, das kann vorweg genommen werden, das ist alles nur Einbildung. 

Der Whisky/Spirit ist unwahrschlich würzig. Bei der ersten Verkostung in der Runde kamen dann auch gleich Bemerkungen "wie ein Kräuter, aber doch irgendwie nicht". 
Ja er hat wie erwähnt ein starkes Kräuteraroma und unterscheidet sich stark von der Masse. Wir haben uns den noch nicht Whisky zu nennenden Spirit gegönnt. Eine Entscheidung die unbedingt durch den 3 Jähringen ergänzt werden muss. 

Das Aroma, das schon beim Öffnen Flasche austritt, setzt sich im Glas fort. Die Nase ist voll damit beschäftigt die Vielfalt der Aromen zu erfassen. Auf der Zunge bleibt er dann vollmundig und gross. Im Abgang bleibt er angenehmer Weise lange erhalten. Nachdem er eine Weile im Glas atmen konnte glaubt man dann doch irgendwo die Schafe zu riechen. Aber absolut dezent und angenehm. 

Dieses Experiment kann nur empfohlen werden und sollte auf jeden Fall weitergeführt werden. 

Auf der Suche nach der richtigen Zigarrenkombination habe ich die A.Turren Robusto gewählt, die mit ihren süsslichen Aromen eine gute Ergänzung war. 

Es bleibt abzwarten wie sich dieser FLOKI im Zusammenspiel mit kräftigen Zigarren von Gurkha und Kristoff macht, oder in einer Kombination mit den Balmoral Oscuro.  
Ein weites Feld also, das der Neugier förderlich ist.  Für mich gilt auf jeden Fall: Diesen "FLOKI - SHEEP DUNG SMOKED RESERVE" werde ich im Auge behalten . 

Ältere Einträge...